Ist es unsere Aufgabe, Leiden zu vermitteln?

In diesem Post wird es darum gehen, wie wir es zulassen, dass der Hass uns in das verwandelt, was wir hassen. Darüber, wie wir uns Menschen als Ziele für unseren Hass auswählen. Darum, dass es keinerlei Rolle spielt, ob diese Zielobjekte unseres Hasses vermeintliche kriminelle Taten begangen haben – so wie Brock Turner höchstwahrscheinlich – oder nicht.

Das ist dieser Schwimmerteenie, der wegen schwerwiegendem sexuellem Übergriff verurteilt wurde und nur zu drei Monaten Haft verurteilt wurde. Der ist wieder in der Presse. Anscheinend warten bewaffnete, selbsternannte Ordnungshüter vor seinem Haus auf Brocks Rückkehr.

Ich werde ihn hier nicht verteidigen. Scheiß auf Brock Turner. Er hat ein schlimmes Verbrechen begangen. Und ich werde auch nicht der Richter verteidigen, der ihn verurteilt hat. Der sollte entfernt werden.

Ich hoffe, ihr habt das gelesen. Falls nicht, sage ich es noch einmmal: Brock Turner hat etwas Furchtbares getan. Es gibt keine Entschuldigung für das, was er getan hat. Nicht sein Alter. Nicht der Alkohol. Und ganz sicher nicht die Tatsache, dass er ein Leistungssportler ist. Das Urteil, das über ihn gefällt wurde, war komplett falsch. Er hätte eine deutlich schärfere Strafe verdient. Der Richter hatte keinerlei Verständnis für das Opfer und ihr Leiden. Er ist nicht befähigt, irgend jemanden zu richten.

Sei es, wie es sei. Ich werde auch nicht in den Chor jener einstimmen, die diese bewaffneten Typen auf seinem Rasen oder andere, die versuchen das Recht in ihre eigenen Hände zu nehmen, jetzt feiern. Einem Vergewaltiger mit Vergewaltigung zu drohen, löst das sehr reale Problem namens Vergewaltigung nicht.

Es geht um Folgendes: Wie alle haben jemanden, den wir gerne zu Brei schlagen würden. Ich weiß, mir geht es so. Ich werde euch nicht erzählen, wen ich meine oder warum das so ist. Aber so geht es mir. Und Dir auch.

Ich habe keinerlei Sympathien für Brock Turner. Er schaut genauso aus, wie die Typen, die mich in meiner Jugendzeit schikaniert haben. Er ist mir scheißegal. Ich will nicht, dass man ihm vergibt. Karma ist hart. Ein Teil von mir hätte irgendwie eine perverse Freude daran zu sehen, wie dieser ekelhafte kleine Kotzbrocken bekommt, was er verdient. Aber es macht mir Angst, wohin mich solche Gefühle führen.

Manchmal frage ich mich, ob es mir wirklich um eine wohlverdiente Strafe für den Schwimmer/Vergewaltiger geht oder ob ich nicht (Name zensiert) meine, der mich in den Fluren der Central Middle School gequält hat als ich 12 war und der Schwimmer/Vergewaltiger nicht nur ein fast angemessener Ersatz ist.

Egal, ob wir willens und in der Lage sind, es uns einzugestehen: Wir alle tragen einen Haufen Hass in uns. Wir alle, ohne Ausnahme. Hass ist ein Teil des Mensch-Seins. Er ist ein Teil von mir. Er ist ein Teil von uns.