The Room

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Ich mochte schon immer Filme die viele Leute als „schlecht“ bezeichnen. Ein paar meiner Favoriten in dieser Kategorie sind Robot Monster, Troll 2, Teenagers from Outer Space, Godzilla Vs Megalon, und der absolute Klassiker Plan 9 From Outer Space.

Auch wenn die allgemeine Öffentlichkeit diese Filme furchtbar findet, bin ich der Meinung das sie die Arbeiten von Genies sind. Ich mache keine Witze. Es gibt tonnenweise schlechte Filme, Filme die einem das Gefühl geben, man hätte kostbare Lebenszeit verschwendet, wenn man sich sie an sieht. Das sind Filme ohne Seele, ohne jeden Grund zu existieren, Filme die einfach gedreht werden um als Produkt vermarktet zu werden.

Die „schlechten“ Filme die mir gefallen sind anders. Robot Monster macht den innigen Versuch zu zeigen, was es bedeutet Mensch zu sein. Troll 2 versucht uns etwas zu sagen, aber jeder einzelne muss darauf kommen was das ist. Teenagers from Outer Space ist ein Gleichnis darüber, wie es ist, sich von der Gesellschaft unterscheiden. Godzilla Vs Megalon ist verworren und spaßig. Und Plan 9 ist genial von Anfang bis Ende, ganz egal ob dir jemand gegenteiliges erzählen will.

Tommy Wiseau’s Film The Room ist derzeit wieder von hohem Interesse, da James Franco’s Film The Disaster Artist, der die Entstehung des Filmes zeigt, einen Golden Globe gewonnen hat. Ich sah The Room vor etwa anderthalb Jahren. Gehört habe ich von ihm nachdem ich 2014 nach LA gezogen bin und das riesige Plakat sah, das über Hollywood ragte. Die Leute erzählten mir, dass der Film die neue Rocky Horror Picture Show sei, mit Mitternachtsvorstellungen die ein ähnlich wildes Zuschauerklientel anzogen. Mir eine Vorstellung anzusehen stand auf meiner To-Do Liste, aber ich schaffte es irgendwie nie, bis ich einige Zeit Später die DVD in einem Gebrauchtladen entdeckte. Also kaufte ich sie und nahm sie mit nachhause.

Es war genauso großartig wie alle sagten. Es ist nicht so abgefahren wie Plan 9 oder einer der anderen Filme die ich vorher genannt habe. Im großen und ganzen ist es eine Liebesgeschichte die in San Francisco spielt, ohne Roboter, oder Trollen, oder Teenager vom Mars und keine riesigen Kakerlakenmonster, oder Pläne aus dem All. Aber es ist trotzdem genauso bizarr wie diese Filme.

Statt einem Ausflug an die Grenzen des Universums, ist The Room eine Reise in den Verstand eines Autors/ Regisseur/ Produzent/ Star Tommy Wiseau. Wiseau is eine sehr merkwürdige Person. Ich meine das durchaus als ein Kompliment. Er hat eine einzigartige Sichtweise auf das Leben, was er in dem Film sehr gut rübergebracht hat.

Nachdem ich den Film The Disaster Artist gesehen habe, las ich das Buch auf dem er basiert. Der Film ist großartig, das Buch sogar noch besser. Im Film und im Buch, begegnen wir viele Leute die versuchen Tommy Wiseau zu sagen, wie er seinen Film „richtig“ machen soll. Er ignoriert sie alle.

Wiseau hatte recht damit sie zu ignorieren, denn hätte er auf diese Leute gehört wäre The Room extrem gewöhnlich und langweilig geworden. Aber sein Film ist nie gewöhnlich und statt langweilig geradezu fesselnd.

Gewissermaßen, so denke ich, ist The Room ein Buddhistischer Film. Ich meine nicht dass er eine buddhistische Botschaft hat. Die Charaktere sind meißtens sexistisch und furchtbar zueinander.

Man könnte sagen der Film ist eine Art Koan; er versucht etwas mitzuteilen, es ist aber nicht ganz zu verstehen was dieses etwas ist. Er widerspricht sich immer wieder, genau wie Dogens Schriften auch. Er zeigt dir das Leben, so wie es Tommy Wiseau wirklich erlebt. Der Film ist zutiefst seltsam, aber gleichzeitig liebenswert und aufrichtig.

Mir kommt es ausserdem so vor als sei die Art und Weise wie Wiseau mit Kritik umgeht, sehr realistisch. Ich bin mir nicht sicher wie er reagierte, als er versuchte ein herzzerreißendes Drama im Stiel von Tennessee Williams zu machen und die Leute anfingen zu lachen. Aber er lernte schnell damit zu leben und liebte sogar was aus seinem Film geworden ist. Als das Leben anders verlief als er wollte, lernte er damit umzugehen und anstatt die Realität abzulehnen, lerne er sie sogar zu schätzen und machte etwas daraus. Für mich ist das etwas bewundernswertes.

Normalerweise, wenn ein Film einen Preis gewinnt, bedeutet es dass er Wertlos ist. The Disaster Artist hat zwar einen Golden Globe gewonnen, aber er ist erstaunlich gut.

Aber wenn du den Film auf den er basiert, The Room, als schlecht bezeichnen würdest, entgeht dir etwas großartiges.