Dankbar sein

Es ist Thanksgiving Day in den USA. Für die Jenigen die das in anderen Ländern lesen, Thanksgiving ist ein Erntedankfest das einen bestimmten Tag der Zusammenarbeit zwischen europäischen Siedlern und Eingeborenen gedenken soll. Was sich danach abspielte will ich lieber nicht kommentieren.

Wie dem auch sei, es ist eine traditionelle Sache an Thanksgiving Day zu sagen, dass man dankbar ist. Das möchte ich nun tuen. Die Reihenfolge hat dabei nicht zu bedeuten dass eine Danksagung wichtiger ist als die andere. Aber ich zähle zuerst die Sachen auf, die ich für Leute die diesen Blog lesen am interessantesten halte.

Ich bin dankbar dass ich schon in jungen Jahren auf Zazen gestoßen bin. Ich bin Tim McCarthy dankbar, dass er da war um es zu lehren. Ich bin sicher dieser Job war schlecht bezahlt und ich weiß seine Rückkehr nach Ohio hat ihn in viele Schwierigkeiten gebracht. Zazen ist die wertvollste Sache in meinem Leben, mit der ich mich je beschäftigt habe. Es hat mir auf alle mögliche Weise geholfen, ich könnte niemlas genau erklären wie sehr.

Ich bin Gudo Nishijima dankbar, dafür das er sich den Schriften von Eihei Dogen widmete und sie englischsprachigen Menschen wie mir verfügbar gemacht hat. Seine Übersetzung des Shobogenzo war für viele Jahre die einzige Version in Englisch. Andere Gelehrte waren lange nicht in der Lage diese mühsame Sache in Angriff zu nehmen. Er hat es ganz alleine geschafft, alles in seiner Freizeit in seinem kleinen Büro ohne die Unterstützung einer Universität die sich dabei blamieren könnte. Solche Typen denken sie sind toll, aber Nishijima war der einzig Wahre.

Ich bin dankbar für die Leute des Angel City Zen Center, die schon so lange dabei sind. Besonders grüßen möchte ich John Graves, Nina Snow, Rylend Grant, Craig French und Dave Cuomo. Ihr Engagement hat dabei geholfen die Gruppe trotz allen Widrigkeiten zusammen zuhalten. Wir werden niemals so groß wie andere da draußen sein, aber immer besser.

Ich bin meinem Vater für einen besonderen Start ins Leben dankbar. Er entschied sich seine zwei Kinder im alter von sieben und fünf nach Afrika mitzunehmen, dort lebten wir vier Jahre. Das gab mir eine Sicht auf die Welt wie ich sie in Ohio niemals hätte erfahren können.

Ich bin meiner Schwester Stacey dankbar dafür wie stark, schlau und cool sie ist und dass sie ihre beiden Kinder Ben und Skylar großgezogen hat, die für mich nicht nur Nichte und Neffe sind, sondern auch meine Freunde. Ich vergesse sogar manchmal das wir verwandte sind. Komisch oder?

Ich bin all den wundervollen Menschen in Europa dankbar, die mich jedes Jahr aufs neue einladen. Ganz besonderen dank geht an Annette Mann aus München, die ohne eine Entlohnung Dinge organisiert. Ebenso an Rebecca Habergham aus Hebden Bridge und Marko aus Helsinki die keinen öfter eingeladen haben als mich. So viele Menschen in Europa haben mich in ihrem Zuhause willkommen geheißen, ich könnte kaum alle hier auflisten. Thanks. Danke. Kiitos. Dank je. Merci. Gracias. Tack.

Ich bin Tommy Strange, Jimi Imij und Mickey X-Nelson dafür dankbar, dass ich einen Teil von Zero Defex sein kann, die härteste Hardcore Band die jemals über die Bühnen des Mittleren Westens stolziert ist. Sie haben mich nicht nur dafür angeheuert Teil einer Band zu sein, sie machten mich ausserdem zu einem Mitglied einer großen Familie. Ein weiterer Dank geht an jeffro Smull, weil er die Flamme am lodern hält.

Ich bin Tsuburaya Productions dankbar dass sie mich angestellt haben, ganz besonders Noboru Tsuburaya der es riskierte einen komischen Sonderling aus Amerika aufzehnehmen der davon träumte für seine Firma zu arbeiten. Ich fühle mich noch immer als ein Teil von Tsuburaya Productions. Ich war sehr glücklich als sie letzte Woche ihren über zwanzig Jahre andauernden Rechtsstreit gewonnen hatten und die Rechte an ihren Produktionen zurückbekamen.

Ich bin dankbar für Adriana, weil sie das coolste Mädel in der Geschichte der Mädels ist.

Und letztlich bin ich euch dankbar, liebe leser.

Ohne eure freundliche Unterstützung könnte ich nicht tuen was ich tue. Ich bekomme alle paar Monate tantiemen für meine verkauften Bücher. Aber ich könnte niemals von diesem Geld leben. Es ist gerade mal genug um ein paar Monate im Jahr die Miete zu bezahlen. Auf Tour gehen bringt erwas mehr Geld, aber auch nicht genug um davon zu leben. Es sind eure Spenden, die das alles erst möglich machen.

Ihr seid der Grund dass ich schreiben und Retreats auf der ganzen Welt abhalten kann. Ohne diese Spenden müsste ich mir einen “richtigen Job” suchen, was mich davon abhalten würde zu reisen und mir die zum schreiben notwendige Zeit rauben würde – besonders Bücher die intensive Recherche erfordern, wie meine zwei letzten Veröffentlichungen. Ohne euren Beitrag könnte ich das alles wirklich nicht machen.

Früher schrieb ich noch individuelle Danksagungen an alle Spender. Leider geht das nicht mehr, da ich seid langem die Nummern aus dem Blick verloren habe. Die meißten spenden nur ein paar Dollar pro Monat, aber da es von euch jetzt schon so viele gibt die spenden funktioniert es. Also auch kleine Spenden sind viel für mich.

Ich hasse es wie ein Egomane zu klingen, aber wenn ich nicht wüsste das ich gut schreiben kann, hätte ich vor langer Zeit aufgehört. Trotzdem, nicht viele Leute wissen was Qualität ist – vor allem wenn es um Werke über den Buddhismus geht. Es gibt Tonnenweise fusselige Zuckerwatten-Spiritualität und trübseliger, überintelektueller Mumpitz der sich besser vrekauft als alles was ich schreibe. Ihr Leute wisst es besser als die generelle Öffentlichkeit und macht es mir möglich euch den guten Stoff zu geben.

Ich danke euch vielmals!